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All of old. Nothing else ever. Ever tried. Ever failed.
No matter. Try again. Fail again. Fail better. Samuel Beckett, Worstward Ho [1984(!)]

Das Subversive Element wütet!
Das Subversive Element wütet noch mehr!
Wie treffen wir Entscheidungen?
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Diesen Text habe ich im Sommer 1998 für einen Kolumnenwettbewerb im Kurier geschrieben - Klaus Woltron sollte die Kolumen bewerten. Wie er mir später einmal erzählte, wurde aber nie eine Kolumne prämiert -  so kann ich mich der Hoffnung hingeben, dass dieser Text vielleicht einmal an der Stelle der Woltron-Kolumne im Samstagskurier abgedruckt worden wäre.

Lebensplanung oder Chaos?

Die Urlaubszeit gilt als Geheimtip für personalsuchende Firmen, die viel zuwenig genutzt wird. Es ist die Zeit für Lebensrückblicke und -planungen, für echte und verfälschte Lebensbilanzen.

Insbesondere betrachten wir im Rückblick Schlüsselsituationen, in denen wir Entscheidungen treffen mußten. Wir betrachten diese Erinnerungen wie schöne Sammlerstücke oder wie Leichen im Keller: wir drehen die Erinnerungen in alle Richtungen, wir formen sie um durch Rechtfertigungen, bis wir der Meinung ist, aus damaliger Sicht oder heutiger Sicht war die Entscheidung richtig oder verständlich. Wir führen einen inneren Monolog, bis die Diskrepanz zwischen ursprünglichen Wünschen und tatsächlichem Handeln verschwunden scheint. Dieser Selbstschutz-Mechanismus kann soweit führen, daß ein verbitterter Vorgesetzter oder Elternteil  versucht, seinen Mitarbeitern oder Kindern den eigenen Lebensweg als einzig möglichen oder sinnvollen darzustellen. Wir wünschen uns, daß andere das wiederholen, was unser Unterbewußtes für falsch hält, um unseren Lebensweg nachträglich zu rechtfertigen.

Wir blicken in Zeiten, in denen Wesentliches nicht so leicht durch Alltägliches verdrängt werden kann, auch in die Zukunft. Wir verwenden gerne Worte wie Lebensplanung oder Karriereplanung. Wir transformieren emotionale Beweggründe in rationale Argumente, bis der Lebensweg als gerade Autobahn erscheint oder zumindest eine überschaubare Anzahl von Abzweigungen schön und einleuchtend beschriftet ist.

Aber wie verläuft der Entscheidungsprozeß nun wirklich - in der Gegenwart ? Wird dieses Bild der schönen Kreuzungen nicht vielleicht nur von jenem Teil in uns erzeugt, der glaubt, nur eine begründete Entscheidung zwischen sauber recherchierten Möglichkeiten sei tragbar ? Stehen wir nicht in Wahrheit vor Abgründen mit tosenden Wassern, vor Raketenstartrampen und vor Verzweigungen von Tausenden kleiner Flüsse ? ändert sich dieses Bild nicht in Bruchteilen von Sekunden ? Und hören wir nicht ebenso viele verwirrende Stimmen von irgendwo her sagen "Spring !" ? Und wissen wir nicht meistens doch auf irgendeine geheimnisvolle Weise, welche Möglichkeit wir wählen sollen ? Taucht nicht plötzlich ein dicker roter Pfeil von irgendwo her auf und zeigt unmißverständlich in eine Richtung, oder trifft uns nicht plötzlich ein unscheinbarer Wegweiser aus Holz mitten in Herz und Verstand ? Ist das eigentliche Problem nicht nur, die Entscheidung dann vor "der Gesellschaft", "der Familie" etc. zu rechtfertigen ? Ist nicht die richtigste Entscheidung immer die, für deren Erklärung die Worte fehlen, weil Worte nur unbeholfen in weitem Kreis den Kern der eigenen Erkenntnis umkreisen können ? Und wählen wir nicht zu oft die erklärbare Variante ?

Es ist nicht leicht zu akzeptieren, daß unsere Welt ein instabiles, chaotisches System ist. Aber es ist tröstlich zu wissen, daß es fast immer unendlich mehr Möglichkeiten gibt als man glaubt.

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All of old. Nothing else ever. But never so failed.
Worse failed. With care never worse failed. Samuel Beckett, Worstward Ho