(Februar 2005)
Wieder wird der (mehr oder weniger) Sinn dieser Website bestätigt durch die Lektüre eines subversiven Klassikers: Die Kunst, weniger zu arbeiten (das es in meiner persönlichen Hall of Fame subversiver Lebenskunst aber trotzdem nicht mit The Monk & the Riddle: The Art of Creating Life While Making a Living aufnehmen kann.
Das Subversive Element oder besser sein seriöses Alter Ego wird als jemand mit Potential erkannt: Potential, die unglaublichsten Dinge zu vollbringen - in Wirtschaft und Wissenschaft und der Welt und dem Universum an sich. Und in allen Bereichen dazwischen, natürlich auch solchen, die man neudeutsch mit "non-profit" umschreibt.
Und dem Element ist nichts Menschliches fremd in der glitzernden Welt des Adrenalin-Hypes: Grenzgeniale Performance mit Beifall, Rettungen aus tiefer Not (als aktiver Teilnehmer), das Wecken von Begeisterung, wahrscheinlich auch von Hoffnung, wenn nicht die ganze Welt - so doch zumindest einzelne Teilbereiche davon (Projekte genannt) zu erlösen. "Give me your tired, your poor, your huddled masses yearning to breathe free. The wretched refuse of your teeming shore. Send these, the homeless, tempest-tossed to me. I lift my lamp beside the golden door!" (steht auf dem Sockel der Freiheitsstatue).
Das Subversive Element widersteht der Versuchen, mit diesem Potential in die Branche der Sektenführer einzusteigen und pflegt stattdessen eine Kombination aus protestantischer Selbstverpflichtung, kreativen Höhenflügen, sinnloser Selbstausbeutung mit inkludierter Selbstausbrennung (ich will hier einmal die deutsche Wortkunst hochleben lassen und vermeide daher Wort wie "Burnout") und selbstvergessener Hingabe an DIE Aufgabe(n).
Und immer wieder könnte ... gerade ich ... doch ... viel ... mehr, anderes, Größeres, Besseres .... machen. Vor allem unter dem Strich aber: MEHR.
Deswegen oder trotzdem möchte das Subversive Element hier ausdrücklich Bewunderung und Respekt vor allen bekunden, die diesen Versuchen widerstehen und hebt daher sein virtuelles subversives Römerglas, um allen Dilettanten und Slackern Respekt zu zollen. Auch mit den Hofnarren fühlt es sich verbunden, obwohl dieser Beruf durchaus mit Stress verbunden sein kann (Zum Beruf des Hofnarren).
Further reading - e.g.: Mike Daisey (a dilettante by self-definition)

