Meta-Gefasel
(Oktober 2004, mit einer überfälligen Ergänzung des echten Subversiven Elementes 2008)
Und wieder hat sich hier ein sehr dick aufgetragener Gastbeitrag eingeschlichen, der der Qualitätskontrolle des Subversiven Elementes offenabr entgangen ist.
Ich dachte immer, Schreiben würde bedeuten, dass man irgendwie über den Dingen steht, über die man schreibt. Dass es darum gehen würde, etwas zu Papier oder Bildschirm zu bringen, das schon da ist und das man kennt.
Zumindest war das immer so bis jetzt: bei fachlichen Texten, auch bei meinen Webseiten (meistens).
Aber plötzlich ist Schreiben ein Echtzeit-Vorgang der Entwicklung meiner
Gedanken selbst, eine Geburt von Aliens, die sich aus meinem tiefsten Innersten
ihren Weg an die Außenwelt bohren.
Mühsam? Ja, wenn man eigentlich nicht wirklich per Tastatur schreiben kann. Und
Feder und Papier würde nicht passen. Ich möchte die weiße Schrift auf rotem
Untergrund sehen. Jetzt.
Das jetzt alles 1:1 zu publizieren, ist wahrscheinlich nicht ratsam. Einfach so Gedanken heraussprudeln zu lassen ist ja genau das, was in den Creative-Writing-Büchern empfohlen wird - als Vorbereitung auf das "eigentliche Schreiben" (Das war doch jetzt eine geschickte Einflechtung meines semi-professionellen Zugangs zu "Schreiben"? Immerhin habe ich mir schon einige Meta-Schreiben-Bücher gekauft und die meisten davon nicht fertig gelesen)
Aber wenn die herausprudelnen Gedanken nur als Aufwärmübung verwendet werden, werden damit die eigentlichen Werke nicht nur zu einer langweiligen Nachgeburt?

